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Montag, 12. Oktober 2015

Zwetschgenliebe im Glas: Hausgemachtes Pflaumenmus

Sobald es die ersten Zwetschgen auf dem Markt zu kaufen gibt, kaufe ich mir schon einen großen Schwung und bereite mein allerliebstes Pflaumenmus zu. Denn gerade bei Marmelade schmeckt man den Unterschied zwischen gekauft und selbstgemacht ganz deutlich - und vor allem braucht man nicht ganz so viel Zucker nehmen. Das Pflaumenmus wird bei meinem Rezept für mehrere Stunden im Backofen eingekocht, ohne, dass irgendwelche Geliermittel benötigt werden. Das braucht zwar seine Zeit, zahlt sich am Ende jedoch absolut aus.
 
In diesem Jahr habe ich mir eine altdeutsche Zwetschgensorte ausgesucht, die zwar kleiner, aber dafür sehr viel aromatischer als die hochgezüchteten Supermarktzwetschgen ist. Dadurch brauchte ich etwas länger beim Entkernen. Sie sind also nichts für die superfaulen unter Euch ;)

Tipp:

Die Pflaumenkerne nicht wegwerfen! Man kann daraus ganz einfach einen leckeren Likör zaubern. Dafür eine leere Glasflasche zur Hälfte mit den Kernen füllen und ordentlich Rohrzucker darüber geben. Anschließend mit einem klaren Schnaps aufgießen und an einem kühlen Ort einige Wochen ziehen lassen.Danach durch ein feines Sieb geben und genießen: Pur, auf Eis oder im Glühwein!



Nachdem alle Zwetschgen entkernt sind (bei mir 2kg), werden diese mit 200g bis 250g Zucker (braun und weiß gemischt) vermischt. Nun können die Früchte für eine Stunde Wasser ziehen oder man kocht sie kurz auf und beschleunigt den Prozess. Ich gebe dabei schon eine Zimtstange und Zimtpulver dazu. Außerdem mörsere ich noch ein paar Nelken und ggf. Kardamom. Alles zusammen soll dann bei 180°C für mind. 2 Stunden in den Backofen. In der ersten Zeit müsst ihr einen Kochlöffel zwischen die Tür stecken, damit die Luft entweichen kann. Zwischendurch hin und wieder umrühren, damit die oberen Pflaumen nicht komplett verbrennen.

Zum Ende der Backzeit könnt ihr beginnen, die Marmeladengläser kurz in kochendes Wasser zu geben, damit sie keine Bakterien enthalten und das Pflaumenmus lange haltbar wird.

Wenn ihr die Zwetschgen aus dem Ofen holt, denkt bitte daran die Zimtstange zu entfernen. Dann könnt ihr die Masse grob pürieren und in die Marmeladengläser füllen. Sofort gut verschließen und auf dem Kopf auskühlen lassen.

Danach kommt der vielleicht schönste Teil: Die Dekoration. Ich verschönere die Marmeladengläser gerne mit selbstgestalteten Etiketten und einem kleinen Stoffrest mit Tüdelband.

Mittwoch, 15. Juli 2015

Pasta mit gegrillter Zucchini und Knoblauch-Tomatensoße



Wenn's mit dem Essen mal wieder schnell gehen muss, kommt meistens Pasta auf den Tisch. Jaja, so richtig gesund ist das natürlich nicht. Deswegen gebe ich zur Tarnung auch immer etwas Gemüse dazu. In diesem Fall mein aktuelles Sommerhighlight: Zucchini. Von vielen zu Unrecht als langweiliges, labbriges Gurkenzeug verschmäht. Im Gegenteil: Wenn man das Kürbisgewächs richtig zubereitet ist es weder sabschig, noch fad. Was man dafür tun muss?

Gegrillte Zucchini


Zuerst eine Zucchini in etwa 1-2 Zentimeter breite Scheiben schneiden. Auf einem Brett ausbreiten und mit Salz bestreuen. Da lässt man die Zucchini ein bisschen ruhen und kümmert sich um andere Sachen (Nudelwasser aufsetzen, Tomatensauce anrühren). Wenn die Zucchini von der einen Seite Wasser gezogen haben, einmal umdrehen und wieder mit Salz bestreuen. Dann könnt ihr euch um die Nudeln kümmern und wichtig in der Soße rühren. Dann nehmt ihr euch einen Pinsel und streicht die Zucchini dünn mit Olivenöl ein. In der Zwischenzeit eine Pfanne ordentlich heiß werden lassen. Die Zucchini mit der mit Öl-Seite unten reinlegen und dabei die nun obere Hälfte mit Öl bestreichen. Kurz warten, bis sich braune Bläschen an der Unterseite bilden - dann umdrehen. Wenn die andere Seite auch angebräunt ist, könnt ihr die Zucchini aus der Pfanne holen und in Stäbchen schneiden.

Knoblauch-Tomatensoße


Für die Tomatensoße nehme ich einfach passierte Tomaten, Zwiebeln (glasig), Oregano, Thymian (gerne frisch), Rosmarin und Salz. Alles miteinander abschmecken, bei Bedarf noch etwas braunen Zucker und Reismilch dazugeben - dann wird die Säure von den Tomaten etwas gedämpft. Kurz vor dem Servieren etwas frischen, gepressten Knoblauch unterheben - dann nicht mehr aufkochen lassen.

Das Finale


Die Nudeln koche ich bissfest und schwenke sie danach in etwas Öl. Darauf gebe ich gerne noch etwas Kräutersalz. Alles auf dem Teller anrichten und genießen.

Guten Appetit!

Donnerstag, 14. Mai 2015

Bärlauchpesto-Nudelsalat mit grünem Spargel {Vegan Wednesday)



In dieser Woche möchte ich gerne wieder ein Rezept für den Vegan Wednesday (Sammlung bei Petzi) beisteuern. Wir haben ein kleines Familiengrillen veranstaltet und ich kümmerte mich um einen veganen Nudelsalat. Dazu gab es noch allerlei anderes Pflanzenzeug, sodass ich lange nicht mehr so satt und zufrieden vom Tisch aufgestanden bin:


Meinen Teller habe ich beladen mit einem Rucola-Salat an Erdbeerdressing, einer Süßkartoffel vom Grill, Maiskolben, Seitan-Bratwürstchen (Alnatura) und besagtem Bärlauchpesto-Nudelsalat mit grünem Spargel und Cocktailtomaten. Das Rezept ist ganz einfach (es reicht für eine richtig große Schüssel):

100g Bärlauch waschen und die harten Stiele entfernen. Mit dem Messer etwas vorschneiden und zusammen mit einer Hand voll Cashewkernen (gesalzen) und Olivenöl pürieren. Das Olivenöl dabei Esslöffelweise dazugeben, bis das Pesto eine geschmeidige Konsistenz erreicht hat. Mit Salz abschmecken. 

400g Nudeln in Salzwasser nach Packungsanleitung garen und anschließend mit kaltem Wasser abschrecken. 

Eine Packung grünen Spargel (500g) nehmen und das untere Drittel schälen. Danach die holzigen Enden abtrennen. Ich schneide den Spargel dann schon in kleine Stücke (kommt ja eh in den Salat) und koche ihn nur für max. 5 Minuten. Abgießen und vorsichtig kalt abschrecken.. 

Die Cherrytomaten einfach in mundgerechte Stücke schneiden. Alles zusammenrühren und ggf. noch etwas nachwürzen oder etwas Olivenöl dazugeben.

Tipp: Den Nudelsalat kann man auch als Hauptgericht warm genießen. Dafür einfach die Zutaten in der Pfanne warm werden lassen. 

Die Bratwürstchen von Alnatura schmecken mir übrigens bisher am Besten. Die Konsistenz ist schön bissfest und der Geschmack dezent. Und ich finde es halt hin und wieder ganz nett, etwas anderes auf den Grill zu legen (anstatt nur Gemüse). Habt ihr noch andere Tipps für den Grill?




Mittwoch, 22. April 2015

Fruchtige Tomatensuppe mit Basilikum und Majoran {Vegan Wednesday}



In der letzten Woche hatte ich leider keine Zeit für ein richtiges Essen. Es hätte sich also nicht gelohnt, über ein trockenes Brötchen und einen langweiligen Salat am Abend zu berichten. Das sieht heute ganz anders aus, und so kann ich wieder am Vegan Wednesday teilnehmen. Gesammelt wird in dieser Woche bei From Veggie to Vegan. Petzi wünscht sich, passend zum Wetter, Eis und chillige Terrassenfotos - da muss ich leider passen. Aber der Reihe nach:

Zum Frühstück gibt es bei mir täglich das Gleiche: Frisch und mit der Hand aufgebrühter Filterkaffee. Aber nicht irgendeine Sorte, sondern mein liebster Honduras Bio Kaffee von Torrefaktum. Ich wünschte, ich könnte euch den unglaublichen Duft der frisch gemahlenen Bohnen jetzt auch nur annähernd beschreiben. Das ist ein olfaktorisches Meisterwerk, Grenouille würde durchdrehen. Also: Wenn ihr aus Hamburg kommt, oder zu Besuch seid, müsst ihr dieser Kaffeerösterei in Ottensen unbedingt einen Besuch abstatten und selbst riechen. Vor Ort könnt ihr dann tolle Kaffespezialitäten genießen (auch mit Sojamilch) oder für Zuhause mitnehmen.

Mein Mittagessen bestand dann aus einer super fruchtigen Tomatensuppe, die ich mir gestern noch schnell für das Abendessen mit meinem Freund gezaubert habe:


Zum Nachkochen müsst ihr 5 große Tomaten und eine mittelgroße Zwiebel in kleine Würfel schneiden. Die Zutaten mit etwas Chili- und Olivenöl, einer Hand voll frischem Basilikum und ein paar Zweigen Majoran und Thymian sowie Knoblauch im Topf anbrutzeln. Anschließend mit 300ml Gemüsebrühe ablöschen und die Masse bis zur gewünschten Sämigkeit pürieren. Salzen und Pfeffern, bei Bedarf noch Oregano und Chili nachwürzen. Dann zwei Päckchen passierte Tomaten dazugeben, alles gemeinsam köcheln lassen und durchziehen lassen.Dazu passt hervorragend frisches Ciabatta vom Bäcker oder Reis. Die Menge reicht locker für drei hungrige Personen als Hauptspeise. Gestern Abend war das schon lecker, aber am zweiten Tag hat die Suppe noch an Geschmack gewonnen. Die Gewürze und Kräuter sind über Nacht erst richtig durchgezogen. Mega lecker!

Nach dem Mittagessen bin ich noch schnell über den Wochenmarkt geflitzt und habe mir Obst und Gemüse gekauft. Einen frischen Gala-Apfel aus dem Alten Land gab es dann als Nachmittagssnack, damit ich vor lauter Hunger beim Gitarrenunterricht nicht vom Stuhl falle.

Zum Abendbrot habe ich Möhren und Brokkoli vom Wochenmarkt gedünstet. Und nein, ich bin nicht auf Diät: Dazu gab es eine Basilikum-Bechamel auf Hafermilch-Basis. Mhmmm...

Das mit dem Eis hat also nicht geklappt und einen Grill habe ich auf meinem Balkon auch noch nicht stehen. Hoffentlich hält sich das Wetter noch bis zum Wochenende, dann hole ich alles doppelt und dreifach nach! Ich hoffe, beim Vegan Wednesday finde ich dann noch ein paar Anregungen für leckere Grillrezepte. Da bin ich nämlich noch nicht so gut ausgestattet.

Dienstag, 3. März 2015

Vegane Brokkoli-Creme-Suppe



Zum Feierabend (gerne Freitags) gönne ich mir häufig frisch gekochte Suppen. Etwas Warmes zum Abendbrot finde ich einfach großartig, aber es sollte nicht zu schwer vor dem Schlafen sein. Meist läuft es auf meine liebste Tomatensuppe hinaus, die mal fruchtig, mal cremig, mal asiatisch oder mexikanisch daher kommt. Hin und wieder brauche ich trotzdem Abwechslung und gestern war mir total nach Brokkoli. In Suppenform war es früher die einzige Möglichkeit meiner Mutti, mich an dieses "furchtbare" Gemüse heranzuführen. Damals mit einem schönen Becher Schmand, Sahne und natürlich Butter. Mittlerweile mag ich Brokkoli sowohl als Beilage als auch als Suppengrundlage. Jetzt habe ich mich an einer veganen Variante probiert, die herrlich sämig und winterlich deftig schmeckt. Außerdem ist es schnell und einfach zu machen. Ihr braucht nur:

Dienstag, 3. Februar 2015

Schnelles Essen: Süßsaure Soße mit Gemüse



Die einfachsten Rezepte für veganes Kochen sind eindeutig in der asiatischen Küche zu finden. Der Grund liegt vermutlich darin, dass dort (im Gegensatz zum europäischen Raum) erst sehr spät und auch nur begrenzt mit der Milchwirtschaft begonnen wurde. Ein Großteil der Asiaten besitzt außerdem eine Laktoseintoleranz, sodass die meisten Gerichte im Original ohne Milchprodukte erstellt wurden. Außerdem werden gerne Sojaprodukte und viel Gemüse anstelle von Fleisch und Fisch verwendet.

Neben Kokos-Curry und co, stehe ich total auf süßsaure Soßen. Leider werden die meisten gekauften Fertigprodukte mit Geschmacksverstärker versetzt und das Gemüse darin ist zerkocht und vitaminlos. Darum koche ich sie lieber selbst. Dabei arbeite ich strikt "nach Gefühl", ihr dürft also selbst kreativ werden und euch so langsam an die perfekte Soße herantasten.


Zuerst schnipple ich einiges an Gemüse. In meinem Fall:

- Zwei Paprika (rot und gelb)
- Kaiserschoten (mundgerechte Stücke)
- 1 rote Zwiebel
- 1-2 Karotten

Das Gemüse brate ich in etwas Pflanzenöl scharf an, es darf ruhig etwas Röstaroma entstehen. Dann kommt der süße Teil in Form von Rohrohrzucker. Gebt ruhig ordentlich auf das Gemüse und lasst das Ganze köcheln, bis der Zucker aufgelöst ist und leicht anfängt zu karamellisieren.

Anschließend löscht ihr für die Säure mit Essig (Was ihr so im Haus habt, sollte aber möglichst hell sein) ab und rührt zusätzlich Orangensaft dazu. Dann noch einige Spritzer Tomatenketchup für die Farbe und die Sauce mit allen Komponenten abschmecken. Ich dicke die kochende Sauce dann noch mit einem Stärke-Wasser-Mix an.

Ganz zum Schluss füge ich Ananas hinzu, das kann man nach eigenem Geschmack natürlich selbst entscheiden.



Ich finde, das Gericht kommt auch wunderbar ohne Tofu aus. Dazu gibt es dann Basmatireis und für die Proteine zusätzlich ein paar Cashewnüsse oder Sojasprossen.

Montag, 26. Januar 2015

Vegane Spinat-Quiche mit Tomaten und Pinienkernen



Ein tolles Rezept, dass man kalt und warm genießen kann:

Ich habe wundervolle Kindheitserinnerungen an meinen Vater, der seine vielen mediterranen Geheimrezepte an ruhigen Sonntagnachmittagen für die gesamte Familie zubereitete. Wenn das der Fall war, roch das ganze Haus nach Oregano, Thymian und Knoblauch. Und wenn das Essen dampfend auf den Tisch gestellt wurde, um den wir uns alle schon ungeduldig versammelt hatten, herrschte ein seliges, ja fast andächtiges Schweigen. Eines meiner Lieblingsgerichte von damals war eine saftige Tomaten-Hackquiche mit Spinat. Das einzig französische daran stellten wahrscheinlich die Kräuter der Provence dar, aber das juckte mich damals herzlich wenig, denn sie war geschmacklich zum Niederknien.

Nach meinem Eintritt in die vegane Lebensweise war das Thema Quiche dann zunächst für mich gestorben. Denn während ich mir zwar einen Mürbeteig-Boden auch mit Pflanzenmargarine gut vorstellen konnte, war doch der Rest des Gerichtes ohne Käse und Ei unvorstellbar. Auf dem Weihnachtsmarkt in Altona bin ich dann am veganen Stand auf eine Lauchquiche mit Räuchertofu aufmerksam geworden, die in mir die Hoffnung auf eine akzeptable Abwandlung des Originals weckte. Nachdem ich mich durch dutzende Rezepte gewälzt hatte stand der Plan für eine Spinat-Tomaten-Quiche.