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Mittwoch, 4. November 2015

Refugees Welcome! Mein Besuch in der Kleiderkammer Messehallen Hamburg

Vor einiger Zeit hatte ich schon angekündigt, dass ich bald mal in der Kleiderkammer für Flüchtlinge aushelfen möchte. Und wie das mit den Vorhaben so ist, die man schon mit dem Zusatz "Wenn ich mal Zeit habe" versieht, dauert die Umsetzung doch etwas länger. Wahrscheinlich würde ich immer noch keine Zeit haben, wenn ich nicht liebenswerter Weise einfach mitgeschleppt worden wäre. Also heute keine Selbstbeweihräucherung auf mich, sondern danke für den freundlichen Tritt in den Hintern.

Der erste Blick täuscht - die Kleiderkammer folgt einem gut durchdachten Konzept

Wie dem auch sei - letzte Woche war es so weit. Nach Feierabend haben wir uns mit den Fahrrädern in Richtung Messehallen aufgemacht. In Halle A3 findet nach ihr inzwischen die Kleiderkammer. Die Halle befindet sich in der Lagerstraße. Ihr könnt entweder von den Messehallen am Karoviertel laufen, oder direkt über das Schanzenviertel laufen. Zweiteres ist etwas kürzer.  Der Eingang ist wunderbar ausgeschildert, ihr müsst nur kurz dem Pförtner bescheid sagen

Wie läuft das denn so ab?


Grundsätzlich könnt ihr bei der Kleiderkammer einfach mithelfen, wann immer es euch passt. Keine Formulare, keine Voranmeldung oder Zeitpläne. Wenn ihr vor Ort seid, solltet ihr euch aber kurz am Infoschalter melden. Ja richtig - ein Infoschalter. Es ist unglaublich, wie großartig die Organisation der Freiwilligen hier funktioniert, da greift wirklich ein Rad in das andere. Auch wenn das obere Bild eher nach dem Gegenteil aussieht, lasst euch davon nicht abschrecken.

Wir wurden jeweils von drei superfreundlichen Menschen begrüßt und durften uns sogleich ein Namensschildchen basteln. Nach einer Kurzeinweisung wurden wir zur Kinderabteilung geschickt. Dort konnten wir uns eine mehrseitige Anleitung zum Vorgehen durchlesen. Ich sag Euch - da kann sich so manches Unternehmen ein Scheibchen abschneiden. Glücklicherweise wurden wir vor Ort sogar noch mündlich eingearbeitet. Wir mussten zuerst Kinderkleidung aus großen Kartons nach Größe sortieren und dabei schadhafte Teile aussortieren. Die vollen Körbe wurden an den hinteren Sortierplatz durchgeschoben und dann nach der Art (Pulli, Hose lang, Shirt usw) weitersortiert. Die Aufgabe ist für jeden Menschen einfach zu erledigen. Es gibt auch ausreichend Einmalhandschuhe, falls ihr nicht in Kontakt mit den getragenen Kleidern geraten möchtet.

Und wie lange muss ich bleiben?


Wie lange du in der Kleiderkammer helfen möchtest bleibt dir ganz alleine überlassen. Du solltest beim Gehen nur kurz Bescheid sagen, von welcher Abteilung du gerade kommst, damit sie die nächsten Helfer dorthin schicken können. 

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Im Zentrum der Halle gibt es einen kleinen Imbiss mit Getränken und Snacks, dort kannst du dich kostenlos versorgen lassen.Sowohl am Imbiss als auch an den einzelnen Stationen ist die Stimmung freundlich und aufgeschlossen. Es gibt keine / kaum Grüppchenbildung - man kann also auch einfach alleine dort hingehen und wird sehr nett aufgenommen. Und nach dem Einsatz kann man dann auch ganz stolz sein Namensschild an eine große Tafel am Ausgang anbringen. 

Findet ihr meinen Namen?

Wenn ich wieder im Lande bin, werde ich dort ganz bestimmt wieder aushelfen. Und bis dahin meinen Verwandten und Freunden auf die Nerven gehen, damit sie ihren Kleiderschrank ausmisten. Es fehlt immer noch dringend an warmer Männerkleidung in kleinen Größen. Das ist doch das mindeste, was man tun kann. Vielleicht findet ihr ja auch noch ein paar gute Pullis, Winterjacken und warme Hosen, denn der Winter naht. Und denkt daran: Kein Mensch ist illegal!

Grüne Grüße

Jassi



Mittwoch, 30. September 2015

Let's spend some ...

Auch wenn ich in den letzten Wochen nicht so fleißig berichtet habe, ist mein Spenden-Vorhaben natürlich nicht in Vergessenheit geraten. Im Gegenteil: In den letzten Monaten habe ich weiterhin an gemeinnützige Organisationen gespendet. Nur eben anders:

Da meine letzte Spende im Juni ziemlich hoch ausgefallen ist (die Klimakompensation) und ich gleichzeitig Geld in Hochzeitsgeschenke, für den Urlaub im November und ein neues Bett investieren musste wollte, sind meine Sprünge finanziell etwas kleiner ausgefallen. Doch ich denke, dass man neben Geld auch andere Dinge Spenden kann und damit genauso viel erreicht.


Kleidung/Sachspenden 


Das bedeutendste Thema in den letzte Wochen ist mit absoluter Sicherheit der große Flüchtlingsstrom innerhalb Europas. Hier in Hamburg bin ich begeistert von der Hilfsbereitschaft und Offenheit, die uns an allen Ecken begegnet.
Unser Arbeitgeber hat so auch einen Raum bereitgestellt, an dem wir unsere Spenden sammeln können. Diese werden dann regelmäßig zur Kleiderkammer an den Messehallen gebracht. Besonders wichtig sind kleine Größen bei Männerkleidung (habe ich mit meinem Freund aussortiert), Schuhe, Handtücher, Taschen und Decken. All diese Dinge habe ich bei uns gesammelt und an die Flüchtlinge im Monat August gespendet.Wenn ihr einen Überblick bekommen möchtet, welche Dinge aktuell besonders knapp sind, ist diese Liste sehr hilfreich. Ich werde weiterhin zuhause nachsehen, welche Dinge ich entbehren kann und außerdem einen größeren Einkauf für Hygieneprodukte durchführen. Gleichzeitig werden dringend Helfer gesucht, welche die Spenden für ihren Verwendungszweck sortieren. Auch das werde ich mit absoluter Sicherheit noch machen. In Hamburg kann man dafür einfach ohne Anmeldung hinfahren. Mehr Info's gibt es hier.

Wem das zu aufwendig ist, der kann auch direkt Online ein bisschen Geld an Blogger für Flüchtlinge spenden und damit Gutes tun!

Zeit 

 

Mein kostbarstes Gut in den letzten Wochen. Eines meiner Projekte war ein Turnier, welches ich für unseren gemeinnützigen Reitverein mitorganisiert habe. Nun mögen einige von Euch vielleicht denken, dass so eine Veranstaltung nicht unbedingt unterstützungswert ist. Das sehe ich anders, denn es handelt sich nicht um ein alltägliches Reitturnier. Mit unserer Veranstaltung fördern wir pferdegerechten Umgang im Reitsport und grenzen uns damit explizit von dem "normalen" Leistungssport ab. So sind die Prüfungen, die wir anbieten, vollständig auf Spaß ausgelegt - für Pferd und Reiter. Bei unserem Trail zum Beispiel erleben die von Natur aus neugierigen Pferde etwas komplett Neues und sind meist mit Eifer bei der Sache. Unsere Richterin hat dabei auch ein Auge für das Verhalten der Reiter. Sollte das Pferd im Ansatz mit Gewalt zu etwas gezwungen werden, was es nicht tun möchte, so wird der Reiter sofort disqualifiziert. Und im Gegenzug werden besonders pferdefreundliche Reiter in ihrer Bewertung positiv berücksichtigt. So stärken wir gerade bei der jungen Zielgruppe das Verständnis für das Pferd als Partner. Die Vorbereitungszeit und meine Arbeitsstunden im Reitstall waren meine Spende für den Monat Juli.


Marketingprovisionen

 

Von einer Freundin erhielt ich den tollen Tipp, über die Seite boost-project ganz einfach beim Online Shoppen zu Spenden. Da ich für unseren Urlaub noch einige Dinge besorgen musste, konnte ich quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Bildnachweis: Stiftung-Weltbevölkerung.de
Mit der Anmeldung bei Boost kann man sich ganz einfach auf eine große Auswahl von Online Shops verlinken lassen und seine Online Käufe tätigen. Durch diese Verlinkung erhält Boost eine Provision in unterschiedlicher Höhe. Nach der Bestätigung durch den Shop kann man sich Organisationen aussuchen, an die man 90% der Provisionen spenden möchte. Der Rest geht an Boost - denn irgendwie muss sich dieser Anbieter schließlich aus finanzieren. Die Auswahl der Charity Partner ist unglaublich groß, meine Spende des Monats September geht zunächst an Sea Shepherd. Wenn ihr Euch über oben genannten Link anmeldet und darüber einkauft, erhalte ich zusätzlich einen Euro, den ich übrigens ebenfalls weiterspenden werde.



Dienstag, 28. April 2015

Spende des Monats April: Aktion Deutschland Hilft

In der letzten Woche wollte ich schon meine Spende des Monats vorbereiten, konnte mich jedoch nicht so recht entscheiden. Als ich am Wochenende von dem schrecklichen Erdbeben in Nepal gehört habe, war ich dann sofort sicher: Ich muss die Menschem im Himalaya unterstützen! Da in Kathmandu seit Samstag tausende Menschen unter freien Himmel aushalten müssen und die Versorgungsmittel sowie Vorräte sehr knapp sind, wird jede finanzielle Unterstützung dringend benötigt. Ich habe mich für das Bündnis der Hilfsorganisationen "Aktion Deutschland Hilft" entschieden. Daran sind viele renommierte Hilfsorganisationen beteiligt, sodass die Spende effizienter verwendet werden kann. Dieser (natürlich unbezahlte) Banner führt direkt zur Internetseite:


Denkt doch darüber nach, ob ihr auch einen kleinen Beitrag leisten wollt. Ihr müsst kein Abo eingehen und es gibt keine Mindestsumme. Wie gesagt: Jeder Cent hilft. Ich werde erneut 30€ spenden und habe damit in diesem Jahr schon eine Spendensumme von 120€ erreicht. Ich bin froh, dass ich das Geld für etwas sinnvolles ausgegeben habe. Denn ich konnte es fast komplett durch meinen geänderten Kaffeekonsum finanzieren: Früher habe ich mir (mindestens) einmal am Tag in der Kantine einen Kaffee für je einen Euro gekauft - das ergibt 20€ im Monat. Mittlerweile brühe ich mir den Kaffee zuhause selbst auf und gebe dafür deutlich weniger aus. Außerdem spare ich diese unsäglichen Pappbecher ein, die ich in der Kantine immer bekommen habe. Im Großen und Ganzen also eine sehr sinnvolle Änderung in meinem Leben, die kaum Umstände bereitet. Habt ihr in diesem Jahr denn schon gespendet? Und wenn ja: Wofür?