Sonntag, 17. Januar 2016

Garden Route Südafrika vegan erleben (Teil 1)


Die sogenannte "Garden Route" beschreibt eine beliebte Reisestrecke an der Südküste Südafrikas. Als Anfangs- und Endpunkte werden meist Mossel Bay und Port Elizabeth genannt. Für viele Reisende beginnt die Tour jedoch schon von Kapstadt aus, wenn man über Hermanus startet und sich den Ort mit den meisten Walsichtungen Südafrikas ansehen möchte. Die wunderschöne Region am Westkap mit den vielen kleineren Orten zwischen Regenwäldern, Wasserfällen und Surfstränden ist bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt. Sie lädt zum Wandern, Paragliden, Kanufahren, Bungeespringen, Reiten und Surfen ein. Für viele Backpacker daher ein absoluter Traum - zumal das Netz an sehr guten Übernachtungsmöglichkeiten riesig ist. 

Praktisch: Mit dem Baz Bus kann man sich Wochentickets besorgen und wird so komfortabel nach Lust und Laune von einem Hostel zum nächsten gefahren. Wir haben uns allerdings einen Mietwagen gegönnt, um auch bei An- und Abfahrtszeit vollkommen flexibel zu sein. Bei einer Reise im November kann man die Hostelbuchung auch noch bequem einen Tag vor Ankunft vornehmen. Eine sehr gute Orientierung liefert dafür der Coast2Coast-Katalog, der kostenlos in jedem Hostel zu finden ist. Bei der Abfahrt in Kapstadt haben wir uns darin von einem netten Mitarbeiter im absolut besten Hostel der Welt die schönsten Unterkünfte entlang der Garden Route markieren lassen. Nicht nur wegen dieser Markierung, sondern vielmehr wegen dem gesamten Aufenthalt möchte ich euch dieses Hostel in Kapstadt noch allerwärmstens ans Herz legen: BIG Backpackers in Greenpoint

Mit den wichtigen Markierungen im Coast2Coast (der gehütet wurde, wie unser wertvollster Schatz) machten wir uns sodann auf dem Weg auf die wundervollste Reise aller Zeiten.



Die Route:




  1. Aufenthalt für 1 Tag Hermanus
  2. Road Trip Inland 1 Tag (Schotterpiste, handbetriebene Autofähre) bis Sedgefield
  3. Aufenthalt für 3 Tage: Sedgefield, George, Knysna und Plettenberg Bay
  4. Aufenthalt für 3 Tage: Natures Valley und TsiTsiKamma
  5. Aufenthalt für 2 Tage: Jeffreys Bay
  6. Aufenthalt für 2 Tage: Addo Elephant National Park

danach Inlandsflug nach Johannesburg

Vegane Restaurants und Verpflegung

Wie ich schon in den vorherigen Teilen der Südafrika Serie (hier und hier) berichtet habe, sind wir im Urlaub wirklich gut versorgt worden. Es gab dutzende Möglichkeiten, auch wenn die Karten der Restaurants nicht jedes Mal eine vegane Option bereit hielt. Die Südafrikaner sind wahnsinnig freundlich und hilfsbereit, sodass wir uns niemals wie "nervige" Gäste mit Sonderwünschen vorkamen. 


Hermanus 

Pear Tree Bistro: Die meisten Restaurants liegen im touristischen Stadtkern mit tollem Blick auf die Küste und damit auch auf die Wale. An unserem ersten Tag sind wir dort entlang geschlendert und verspürten dabei das Bedürfnis nach einem kleinen Snack ;) Am Pear Tree Bistro wollten wir dann eigentlich nur kurz auf die Karte schauen, doch wir wurden natürlich sofort von einem Kellner angesprochen. Dieser versicherte uns, dass wir auch etwas veganes zu Essen bekommen würden. Kurz darauf kam - zu unserer großen Überraschung - der Küchenchef an unseren Tisch. Der war hochmotiviert und anscheinend sehr erfreut mal etwas anderes kochen zu dürfen. Da wir immer gerne neue Sachen ausprobieren, haben wir ihm freie Hand gelassen: Er sollte uns einfach irgendetwas leckeres machen. Und ich schwöre: Das hat er! Nach kurzer Zeit erhielten wir zwei Mega-Sandwiches mit hausgemachten Brot und verschiedenem gegrillten Gemüse dazu gebackene Kartoffelspalten sowie einen tollen Salat mit karamellisierten Pecannüssen. So viel zu einer Kleinigkeit. Leider habe ich kein Foto davon gemacht, aber ich kann euch versichern: Das Essen war großartig und wir waren für den Tag mehr als gestärkt.

In Hermanus ansehen: Ich empfehle euch eine Wanderung entlang des "Cliff Walks". Wie der Name schon sagt, lauft ihr dabei immer entlang der Küste an verschiedenen Walspots vorbei. Eine Strecke dauert etwa 2 Stunden, am Ende des Weges liegt ein Restaurant, das euch mit einem kühlen Getränk (oder Essen) versorgt. Von dort aus könnt ihr ein "TukTuk" zurück bestellen - das kostet etwa 3 Euro. 


Road Trip bis George / Sedgefield / Knysna (Wilderniss)

Durch einen Tipp von anderen Reisenden haben wir uns für einen Inlandsroadtrip entschieden. Die Küste Südafrikas würden wir im Laufe der Zeit schließlich sehr häufig sehen. Eine Fahrt über Schotterpisten und Dörfer wäre da noch eine kleine Abwechslung. Zumal beim Örtchen "Malgas" eine mit Menschenkraft betriebene Autofähre als einzige Überquerung des Breede Rivers wirklich interessant und außergewöhnlich klang. 


Wir haben unterwegs kein Restaurant aufgesucht, sondern unsere geschmierten Brote und Kekse gegessen. Die Strecke war zum Fahren dann doch anstrengender als gedacht, denn wir haben uns mit dem Mietwagen nicht getraut, besonders schnell zu fahren: Steinschlaggefahr! Wenn euch ein einheimischer LKW entgegenkommt, seht ihr vor lauter Staub den Weg nicht mehr... Nehmt diesen Weg also nur, wenn ihr genügend Zeit und Lust darauf habt. Wir haben es allerdings nicht bereut, denn die alternative Autobahn (N2) wäre weniger schön und aufregend gewesen.

Tipp: Auch wenn Mossel Bay als Startpunkt der Garden Route genannt wird, ist ein längerer Aufenthalt dort eigentlich nicht notwendig. Wir sind nur hindurch gefahren. Andere Reisende haben uns von den gleichen Erfahrungen berichtet.

Aufenthalt in Sedgefield (Wilderniss)

Bei unserem 3-tägigen Aufenthalt in Sedgefield haben wir die ganze Region von George bis Plettenberg Bay erkundet. Der Mietwagen hat es möglich gemacht - die Baz Bus Fahrer müssten sonst jeden Ort ein einzelnes Hostel oder "teure" Ausflüge in den Hostels buchen. Der Übernachtungstipp von mir ist das "Afrovibe Beach House". Das ist die ruhigere Unterkunft des lebhaften Afrovibe Hostels. Man muss dann zwar morgens ein paar hundert Meter weit gehen, um zum Frühstück zu kommen, allerdings schläft man in (aktuell) frisch renovierten Zimmern sehr ruhig. 

PiliPili: Direkt an das Hostel angeschlossen ist die Restaurant-Beach-Bar "PiliPili". Dort kommen abends viele Gäste kulinarisch auf ihre Kosten. Im Außenbereich ist eine große Feuerstelle, die teilweise auch zum Kochen verwendet wird. Und die hauseigenen Pizzen werden im Steinofen perfekt gebacken. Auf der Karte gibt es verschiedene vegetarische Varianten, dann müsst ihr nur noch den Kellnern erklären, dass ihr gar keinen Käse darauf haben wollt und auch keine Creame oder ähnliches. Mir läuft noch immer das Wasser im Mund zusammen beim Gedanken an die Salad Pizza mit einem Boden, der mit einem Knoblauch-Kräuter-Öl bestrichen ist. Oder die scharf-süßen Kürbis-Pizza, die saisonal verfügbar ist und für Freunde der Chili-Schote eine absolute Pflicht sein sollte.

Bocca Dolce Coffee Shop: Hier kommt nun der wohl wertvollste Tipp an der Garden Route! Das Bocca Dolce liegt etwas außerhalb von Plettenberg Bay, ihr braucht dafür definitiv einen Mietwagen. Allerdings lohnt sich die Fahrt zu der kleinen Farm, die ihr Essen komplett selbst ökologisch anbaut und ausschließlich 100% vegane Gerichte anbietet. Und wenn ihr Glück habt und der Besuch auf einen Sonntag fällt dann könnt ihr dort ein unglaubliches veganes Brunchbuffet erleben, das seinesgleichen sucht. 


Weil wir nicht bescheid wussten, sind wir im Bocca Dolce erst nachmittags aufgeschlagen. Zu dieser Zeit war der Brunch eigentlich schon beendet und die Auswahl angeblich eingeschränkt.Netterweise wurde uns sofort angeboten, dass wir zu einem Bruchteil des Originalpreises das Buffet nutzen könnten, wenn das denn für uns ok wäre? Natürlich war es das! Mit verschiedensten Salaten, Wraps, Suppen, Aufläufen, Kuchen und Dips konnten wir uns die Bäuche vollschlagen. Dabei saßen wir auf der schönen Terrasse mit Blick auf die Ausstellungsfläche der Möbelstücke, die vor Ort von einem Schmied mit Eisen und Holz hergestellt werden. Nach dem Essen durften wir uns noch überall umsehen. Die großen Tische und Schränke, die für Schlösser auf der ganzen Welt angefertigt werden und der hauseigene Bio-Garten waren wirklich faszinierend. Wenn ihr es auf eurer Reise irgendwie schafft, solltet ihr dort unbedingt vorbeischauen - es lohnt sich.

Weitere Tipps: 
In Wilderniss gibt es den Kanu-Verleih Eden Adventure, der einen schöne Tour zu einem Wasserfall ermöglicht. Zunächst müsst ihr etwa 40 Minuten den Fluss entlang paddeln. Dann folgt ihr einem Holzpfad durch den Wald für weitere 45 Minuten laufen müsst und dann könnt ihr ein schönes Picknick am Wasserfall genießen (später müsst ihr den Weg natürlich wieder zurück ;)). 

Das Robberg Nature Reserve bietet traumhafte Wanderwege auf einer abgelegenen Landzunge mit natürlichem Robben-Populationen. 

In Knysna gibt es eine Township Tour, die ebenfalls das darin angesiedelte Rasta Valley besucht. Ihr könnt euch vorstellen, was dort so gemacht und angebaut wird... Die Führung durch dieses Township hat uns in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet und im direkten Valley sind die Bewohner einfach witzig und sehr, sehr nett.  



In diesem Sinne sende ich euch grüne Grüße! Der zweite Teil zur Garden Route mit Tipps und Erfahrungen für TsiTsiKamma und Jeffreys Bay folgen ganz bald.

Eure Jassi

Kommentare:

  1. Vielen Dank für diesen tollen Bericht! Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt. Sehr sehr ansprechend geschrieben ... :)

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    1. Danke - das freut mich! Die Fortsetzung dazu und mein Bericht über Johannesburg folgen so schnell wie möglich :)

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